Ist Atheismus der Weg?

Ist Atheismus der Weg?

Ist Atheismus der Weg?

Autor: Ричард Вурмбранд | Persönliche Meinung | 01.02.1993

Heute möchten wir Ihnen in der Rubrik „Persönliche Meinung“ einen Auszug aus dem Buch von Richard Wurmbrand vorstellen, das den Titel trägt: „Ist Atheismus der Weg?“. In diesem Buch denkt ein Mann, der lange Zeit in einem „kommunistischen Gefängnis“ verbracht hat, über die Existenz Gottes nach. Er ist ein zutiefst gläubiger Mensch, sagt aber im Vorwort, dass Atheisten viele Bücher gegen die Religion geschrieben haben, es jedoch nicht so viele Bücher gegen den Atheismus gebe und diese nicht so wissenschaftlich seien. Der Untertitel des Buches lautet: 35 Beweise für die Existenz Gottes. Es ist jedoch nur das Ergebnis von Überlegungen, keine Monographie oder wissenschaftliche Arbeit. Daher laden wir Sie ein, sich an den Überlegungen über Ihren eigenen Glauben und den Atheismus Ihrer Gegner zu beteiligen, so wie es Richard Wurmbrand tut. Es ist hinzuzufügen, dass sich ein Exemplar dieses Buches derzeit in der Bibliothek unserer Gemeinde befindet und die Bibliothek selbst gerade aufgebaut wird. Wir laden alle zur Mitarbeit ein, die an der Organisation des Bibliotheksbestands und der Arbeit der Bibliothek teilnehmen möchten.

„...Nehmen wir an, dass Gott existiert. Aber wer ist Er? Was meinen wir, wenn wir ‚Gott‘ sagen? Auf diese Fragen gibt es nur eine Antwort: Gott ist Gott. Jede Beschreibung Gottes ist nur eine Beschreibung über Ihn, nicht Gott selbst. Alle Aufzählungen von Eigenschaften und Merkmalen Gottes sind nur eine Aufzählung seiner Eigenschaften, nicht aber Gott selbst. Nur Gott selbst ist Gott.

Da Gott außerhalb jeder anderen Natur ist, erhält jede Aussage über Ihn, die in Worten ausgedrückt wird, die auf andere Naturen anwendbar sind, eine andere Bedeutung. Das, was ein Gefangener und ein Millionär als ‚gutes Essen‘ bezeichnen, sind in Wirklichkeit völlig verschiedene Dinge. Eine Sinfonie von Beethoven erscheint einem primitiven Menschen nicht als gute Musik. Im ‚Bereschit Rabba‘ heißt es, dass man Rabbi Jehoschua ben Perachja einmal fragte, warum Gott zu Mose aus dem Dornbusch sprach. Er antwortete: ‚Alles, was Gott tut, kann man in Frage stellen, aber ich lasse euch nicht ohne Antwort. Gott erwählte einen armseligen Dornbusch, um uns zu zeigen, dass es keinen Ort auf der Erde gibt, an dem Er nicht gegenwärtig wäre, und der Dornbusch macht da keine Ausnahme.‘

Dem, was die Bibel über Gott sagt, zufolge durchläuft Er verschiedene Stadien. Er kann erwachen, sich in die Höhe erheben, singen, rufen, segnen, verfluchen. ‚Euer Gott ist im Himmel‘, sagt der Psalmist, ‚er tut alles, was ihm gefällt‘ (Ps 113,11).

Wir können nicht in Worte fassen, was Er in Wirklichkeit ist, denn alles, was wir sagen können, ist, dass Er im Mittelpunkt steht und unsere Existenz peripher ist. Der Mittelpunkt eines Kreises kann nicht gezeichnet werden, denn der wahre Mittelpunkt ist derjenige, von dem aus wir zeichnen.

Thomas von Aquin verwendete in seinem Werk ‚Sentenzen‘ erstmals den Ausdruck ‚Attribute Gottes‘. Gott wird gerecht, mächtig usw. genannt. All diese verschiedenen Bezeichnungen bedeuten ein und dasselbe, damit unser begrenzter Verstand Ihn auf vielfältige Weise darstellen kann. Die Franzosen sagen: ‚Un Dieu défini est un Dieu fini‘ – ‚Ein bestimmter Gott ist ein endlicher Gott‘.

Wir haben Gott nicht gesehen, aber wir sehen die Schönheit und Weisheit seiner Schöpfung, die nicht existieren könnte, wenn sie nicht ein Teil seiner selbst wäre. Luther schrieb: ‚Wer glaubt, dass Gott zornig ist, hat einen zornigen Gott; wer aber an den Barmherzigen glaubt, hat den Barmherzigen. Wie der Mensch glaubt, so hat er.‘ Indem wir nicht viel über Gott nachdenken, erkennen wir durch den Glauben nur das Geringe und sind damit zufrieden. Warum sollten wir über Gott nachdenken? Warum sollte der einfachste einzellige tierische Organismus über den Menschen nachdenken? Selbst wenn er einen winzigen Verstand hätte, wüsste er, dass seine Vorstellung vom Menschen nur irrtümlich sein kann.

Als mein Sohn fünf Jahre alt war, fragte er mich: ‚Was soll ich tun? Mir ist langweilig.‘ Ich antwortete: ‚Denk an Gott.‘ Er sagte: ‚Warum soll ich mit meinem kleinen Kopf an Gott denken? Er soll mit seinem großen Kopf an mich denken.‘ Wir begnügen uns mit dem Geringen, das uns durch den Glauben gegeben ist. Die Bibel sagt, dass bei Gott ein Tag wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. Das liegt daran, dass Er außerhalb der Zeit lebt. So wie ein Gramm wie tausend Kilogramm in der Schwerelosigkeit ist. Eines Tages wird die Zeit für uns aufhören zu existieren. Wir werden bei Ihm sein. Dann werden wir alles erfahren.“

Ist Atheismus der Weg? (35 Beweise für die Existenz Gottes) – Überlegungen eines Gefangenen – Hilfsaktion Martyrerkirche –

Katholischer Bote

Ausgabe: Februar 1993

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